14.03.2015

 

Wenn man Investoren anlocken will – solche mit möglichst VIEL GELD (dieses liegt derzeit ohnehin auf der Straße, die EZB wirft monatlich 60 Milliarden unters Volk ...) – dann muss man denen auch etwas bieten. In bester potemkinscher Manier.

Man baut also ein GROSSES, GROSSES Rohr auf. Für Leute, die dann in die Röhre gucken können, wenn Sie ihr Geld investiert haben. Das große Rohr hat dafür viele Fensterchen. Von ganz unten bis ganz oben – die obersten Fenster sind wichtig, denn die 8 m großen Leute wollen ja auch etwas zu sehen bekommen, ohne sich bis zu ihren Knien runterbücken zu müssen. Für eine gute Show ist das wichtig. Mit Innenbeleuchtung, damit man dem Alm-Auftrieb bei seiner unermüdlichen Arbeit zuschauen kann ...

 

 

Wenn alles fertig aufgebaut ist und die Auftriebsbehälter in der mit Wasser befüllten Röhre schwimmen, dann wird der epochale Augenblick des Einschaltens kommen. Herr Dohmen und Herr Gaedke werden sich in ihren besten Anzug werfen, der Champagner wird eisgekühlt sein und eine Menge Security wird herumstehen, wichtig, grimmig blickend, denn das wertvollste Rohr des Planeten will gut bewacht sein ...

Halt! Stopp! Nein, Böser Wolf, so wird es nicht laufen. So wie in Belgrad wird das nicht laufen. Und so wie bei dem kleinen, batteriebetriebenen Modell, das zuletzt in Bregenz vorgeführt wurde, wird es auch nicht laufen. Es ist kein Zufall, dass es seit Monaten keine öffentliche Vorführung mehr gegeben hat. Es ist einfach schon zu bekannt, dass die Energie dort nur aus der Batterie kommt. Die Frage, ob man das denn nicht mal einen ganzen Tag lang durchlaufen lassen kann ... es ist einfach zu riskant geworden. Und die Große Röhre wird auch nicht 100 kW ausspeien, die von einem Troisdorfer Transformator geliefert werden. Selbst ein Herr Dohmen weiß, dass er eine solche Nummer nicht durchziehen kann. Also wird er das tun, was er am besten kann: Blenden! Er wird mit der ihm angeborenen Überzeugungskraft und Unverschämtheit eine große Show abziehen. Die natürlich voll in die Hose gehen wird – aber das spielt keine Rolle. Es geht ja nur darum, Investoren anzulocken. Und zwar bevor das Ding in die Hose geht.

ROSCH hat dafür schon seit einiger Zeit ein paar Helferlein angeheuert – als Muster sei der VAA Solarhandel erwähnt. Wenn du investieren willst, lieber Leser, mit 500.000 Euro (Minimum) bist du dabei. Als Rendite werden „ca. 12% p.a.“ versprochen. Und so nebenbei wird auch noch erwähnt: „Weltweit wurden seit Beginn 2014 bereits Kraftwerke im Volumen von mehr als 1,2 Gigawatt Leistung verkauft.“ 1,2 Gigawatt entsprechen etwa der Leistung eines kompletten Atomkraftwerks. Wenn ROSCH das tatsächlich schon verkauft hätte, dann hätte sich Herr Dohmen längst in Thailand zur Ruhe gesetzt ... und Herr Gaedke hätte sieben VW Phaeton in seiner Garage stehen – einen für jeden Wochentag. Und wenn der Aschenbecher voll ist, dann kauft er sich einen neuen.

Szenenwechsel

Der Böse Wolf hält einen Artikel aus dem NET-Journal in den Pfoten. Er liest gerade die Seite 34 der Ausgabe vom Januar/Februar 2015. Da gibt es ein Unterkapitel mit dem Titel „Ein Riesenschiff auf dem Weg zum Abgrund“. Irgendwie erinnert das den Bösen Wolf an seine eigene Geschichte vom 23. September 2014. Diese Geschichte trug den Titel „Sinkende Schiffe“. Eines dieser beiden Schiffe, die er in jener Nacht beobachtete, ist identisch mit jenem, von dem im NET-Journal die Rede ist. Doch die Beschreibung trifft sogar auf beide Schiffe zu.

Der Böse Wolf kratzt sich am Ohr und grunzt. „Irgendetwas stimmt hier nicht“, denkt er. Irgendetwas ist da – er verrenkt seinen Kopf, dass seine Wolfsaugen fast aus den Höhlen fallen und ... Ja! Das Ding ist seitenverkehrt! Wenn man den Artikel von der anderen Seite her betrachtet, dann stimmt er. Er geht zu seinem Spieglein an der Wand und betrachtet den Artikel durch diesen. Die Solarpanels tauscht er noch gegen eine Röhre aus, durch die man gucken kann, dann ist alles im Lot. Zufrieden hebt er eine Lefze und zwinkert sich selber im Spiegel zu. Den Artikel legt er zu seiner Sammlung von TÜV-Zertifikaten – direkt neben die dicke Mappe mit den HTL-Gutachten und den Stapel mit den ROSCH-Patenten. Der Böse Wolf liebt seine Altpapiersammlung über alles.


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